Informationen zu geschichtlich und touristisch interessanten Orten und Begebenheiten im heutigen Departement Jura

 


Das Departement Jura ist Teil der Franche-Comté (Freie Grafschaft - hier :die historische Freigrafschaft Burgund).
Die Departement-Hauptstadt Lons-le-Saunier war bereits zur Römerzeit unter dem Namen Ledo salinarius (Salzstadt) ein Badeort mit Thermalquellen.

Im 15. Jahrhundert regierte in der Grafschaft Philipp der Gute, niederländisch als Filips de Goede und im Französischen als Philippe le Bon überliefert.
Er wurde 1396 in Dijon geboren und war ab 1405 zunächst Graf von Charolais, später auch ab 1419 Herzog von Burgund.
Ihm unterstand ebenso Artesien (eine historische Provinz im heutigen Département Pas-de-Calais), er war Graf von Flandern, und Pfalzgraf von Burgund.
Unter seiner Führung entwickelte sich der Staat Burgund zu einer ansehnlichen und unabhängigen Macht zwischen Frankreich und dem Deutschen Reich. Er verstarb 1467 in Brügge.

Im Norden des heutigen Departements Jura liegt das Arrondissement Dole mit der gleichnamigen Stadt.
Dôle war ehemals die Hauptstadt der Franche-Comté, bis diese im Frieden von Nimwegen von 1678/79 an Frankreich fiel. Parlament und Universität wurden anschliessend von Dôle nach Besançon verlegt.

Claude Joseph Rouget de Lisle wurde 1760 in Lons-le-Saunier, Jura, geboren. Er verfasste im April 1792 in Straßburg die Marseillaise.
Eigentlich als Kriegslied der französischen Rheinarmee "Chant de guerre pour l'armée du Rhin" gedacht, wurde die Marseillaise erstmalig 1795 zur Nationalhymne erklärt und 1879 endgültig als solche bestätigt.
(Für weitere Informationen bezüglich ihrer Historie bitten wir um die Nutzung weiterer Quellen.)






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Saint-Claude im heutigen gleichnamigen Arrondissement des Jura war durch sein, im 5. Jahrhundert gegründeten Kloster ein christlich-religiöses Zentrum im Hochjura.
Am Zusammenfluss von Tacon und Bienne befand sich vormals eine gallorömischen Siedlung.
Zunächst trug der Ort den Namen Condadisco, dann ab 510 Saint-Oyend-de-Joux und schliesslich Saint-Claude, zu Ehren des Abtes Claude aus dem 7. Jahrhundert.

Massgeblich beteiligt an der Entwicklung des Klosters war Eugendus (geb. um 450 in Izernore im Département Ain).
In seiner Zeit, vermutlich ab 496, entwickelte sich die Abtei und die zugehörige Siedlung zu einem bedeutenden Zentrum und wurde Sitz eines Fürstentums.
Eugendus, auch als "Oyend" benannt, prägte entscheidend das Entstehen eines vorbenediktinischen Mönchtums in Gallien.
Auch nach seiner Zeit gewann die Abtei an Einfluss. Die Mönche gründeten mehrere Dörfer und bewirtschafteten das Umland. Auch entstanden weitere Klöster im Jura und im benachbarten Schweizer Mittelland.
Saint-Oyend-de-Joux wurde Pilgerort und gewann wesentlich an Bedeutung, als gegen Ende des 11. Jahrhunderts die Reliquien des zwölften Abtes Claude, der hier um 700 gestorben war, wiederentdeckt wurden.

Ab dem beginnenden 12. Jahrhundert benannte man den Ort in Saint-Claude um. Die Abtei unterstand den Regeln des Benediktinerordens.
Saint-Claude wurde während des 13. Jahrhunderts weitgehend unaghänig und erhielt 1310 das Stadtrecht.
Es entwickelte sich ein eigenständiges Kleinhandwerk, Abnehmer der Artikel waren vornehmlich die Pilger.

Als mit dem Frieden von Nimwegen 1678 die Franche-Comté an Frankreich fiel, wurde auch Saint-Claude französisch.
1742 wurde Saint-Claude zum Bischofssitz erhoben. Heute ist der Sitz in Lons-le-Saunier, Saint-Claude ist noch ein Bistum.

Seit dem 19. Jahrhundert war Saint-Claude Industrie- und Handelsstadt.
Zu den bekannten Produkten wurden Pfeifen aus Bruyèreholz, einer knollenartigen Wurzel, die nach aufwendiger Bearbeitung zum Ausgangsmaterial für edle Tabakspfeifen dient. Bruyèreholz ist sehr hitzeresistent und daher weitgehend neutral für das Aroma von Pfeifentabakrauch.
Weitere Gewerke dieser Zeit waren der Geigenbau und im ausgehenden 19. Jh. die Edelsteinschleiferei als Zulieferer für die Uhrenindustrie.
An der Wende zum 20. Jahrhundert entstanden auch Betriebe der aufkommenden Kunststoffverarbeitung.

Was zu Anfang der Stadtentwicklung noch ein Vorteil gewesen war, zeigte sich im 20. Jh als Hemmnis für weitere Expansion, da Saint-Claude im Tal der Bienne nur wenig Ausdehnungsmöglichkeiten hatte und sich in seiner Randlage abseits der wichtigsten Verkehrsachsen befand.
Dennoch zählt Saint-Claude immernoch zu den regional wichtigen Städten.

Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört die Kathedrale Saint-Pierre de Saint-Claude. Sie liegt am Rand der Altstadt nahe des Mont Bayard und wurde zwischen dem 14. und 18. Jahrhundert errichtet.
Die befestigte Anlage zeigt Elemente der Gotik, des Klassizismus und des Barock. Der Bau beinhaltet ein Retabel im Stil der italienischen Renaissance aus dem 16. Jahrhundert, ein zierreiches Chorgestühl aus der Mitte des 15. Jh, Glasmalereien sowie eine Orgel im Stil von Louis-XVI.
Die Reliquien des Heiligen Claude befinden sich in der Kapelle Saint-Claude.
Aus neuerer Zeit stammt die Kirche Sacré Cœur (von 1923).
Die spätmittelalterliche Altstadt, Bürgerhäuser aus der Zeit um 1800, Reste der ehemaligen Stadtbefestigung und eine Bogenbrücke von 1861 sind ebenso sehenswert wie das Musée de la Pipe et des Diamants mit Exponaten aus Handwerken wie den Pfeifenmanufakturen und den Edelsteinschleifereien.



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