Informationen zu Douaumont
 










Douaumont und die Champs de Bataille

Irgendwie übt dieses Lothringen eine gewisse Anziehung aus. Gewiss, das können auch viele andere Regionen, dennoch wirkt Lothringen auch nach mehreren Besuchen immernoch ein wenig befremdlich und zugleich vertraut. Harmonische Landschaften, teils von rein dörflicher Idylle geprägt, wie sie friedlicher kaum sein könnte, stehen im Gegensatz zur allgegenwärtigen Geschichte dieses Landes. Kaum vorstellbar, aber hier sollen die Orte sein, an denen Nachbarvölker nahezu eine ganze Generation verloren ? Ist hier der Ort des europäischen Traumas jener Zeit ?
Wir sind die paar Minuten von Charny und Bras-sur-Meuse zu den Champs-de-Bataille gefahren. Die kleine D913 zweigt in Bras, nahe dem Touristikbüro, von der Durchgangsstrasse D964 ab. Die Route führt zunächst, wie so viele andere Strässchen in der Region, vorbei an ein paar Feldern und man erwartet bestenfalls die typischen Rinderweiden, wo sich lothringisches Fleckvieh der tagesfüllenden Beschäftigung des Wiederkäuens in nahezu stoischer Ruhe hingibt. Es folgt sehr bald ein dichtes Waldgebiet mit zahlreichen Parkbuchten und einigen Wanderparkplätzen. Zunächst ist sowas nicht aussergewöhnlich, wären da nicht diese anderenortes unüblichen Hinweistafeln, auf denen mit leicht interpretierbaren Pictogrammen um Ruhe gebeten wird. Keine Musik, kein ausschweifendes Picnic, Hunde anleinen, Wege nicht verlassen ?



Das Beinhaus von Douaumont - Ossuaire de Douaumont - nahe dem Fort Douaumont, liegt etwa sieben Kilometer nordöstlich von Verdun.
Das Gebäude wurde nach zwölf Jahren Bauzeit 1932 offiziell eingeweiht. In Sicht auf die Gedenktage ab 2014 werden seit 2011 umfangreiche Renovierungen vorgenommen.



Kriegsgräber am Beinhaus von Douaumont


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Irgendetwas ist anders - wir lassen die Situation auf uns wirken - vielleicht der beste Weg, zu begreifen, wo man sich hier befindet. Ein Friedwald unendlichen Ausmasses, der förmlich zum Innehalten zwingt. Während wir die Vorinformationen zu Douaumont revue passieren lassen, sind wir jedem dankbar, der sich an die Reglements hält, und die bedrückende Ruhe nicht stört. Wir brauchen das jetzt. Geschichtliches Text- und Bildmaterial mit dem realen Ort der Geschehnisse in Einklang zu bringen, bedarf der Ruhe. Was hier vor rund hundert Jahren geschah, kann wohl niemand wirklich begreifen - so bleibt uns nur der Versuch, wenigstens ansatzweise einen Bezug zwischen Ort und Ereignis zu entwickeln.

Nachdenklich und mit dem Gefühl einer gewissen Bedrücktheit setzen wir den Weg auf der D913, der Avenue de Douaumont fort, passieren den Bois Brûle und den Bois de Nawé, Gedenkstätten wie Tranchée des Baïonnettes zum Ossuaire de Douaumont. Dieses Monument mit Gebeinhaus ist vielleicht das bekannteste Motiv der Champs de Bataille von Douaumont. Die D913 führt unterhalb der Stätte vorbei, um dann scharf nach links auf Fleury-devant-Douaumont zuzulaufen. Jedem ist inzwischen klargeworden, wo er sich hier befindet. Doch dieser, heute nicht mehr existente Ort stimmt nun endgültig depressiv. Dieses Empfinden ist der Lokalität sicher angemessen, aber doch nicht für Jeden sogleich zu verarbeiten. Im Anschluss an den Besuch des Mémorial de Verdun folgen wir der Route bis zur Einmündung in die D603, der Avenue d'Etain und halten uns in Richtung der Stadt Verdun.

Am Office de Tourisme beschliessen wir, es für heute bewenden zu lassen, die vorgesehene Stadtrundfahrt zu vertagen, und bei einem Kaffee dem Gesehenen etwas Raum zu geben. Nach Sightseeing im fröhlich bunten Touristikbähnchen ist uns heute nicht mehr. Morgen ist auch noch ein Tag.









Memorial de Verdun nahe Fleury devant Douaumont





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Tour nach Verdun im Département Meuse