Informationen zu geschichtlich und touristisch interessanten Orten und Begebenheiten im heutigen Belgien



Teilung von Prüm - Karte

die obenstehende Karte zur Teilung von Prüm entspricht nur dem Stand einer kurzen Zeitspanne


Gerne wird immer wieder die oben abgebildete Aufteilung als Grenzverlauf zwischen dem damaligen Frankreich und Deutschland angesehen.
Dabei ist aber zu bedenken, dass die Länder zu dieser Zeit völlig anders strukturiert waren als in unserer Gegenwart. So gesehen ist die Bezeichnung als "Frankreich" bzw. "Deutschland" eher ungeeignet, kann aber zur Beurteilung späterer Auseinandersetzungen hilfreich sein.


das heutige Limburg in Belgien (rot)


das heutige Limburg in den Niederlanden (rot)


Die Entstehung Belgiens als souveräner Staat, wie wir ihn heute kennen, ist eng verbunden mit der Geschichte Lothringens. Aufgrund der sehr wechselhaften Geschichte, ist eine umfängliche Darlegung der Zusammenhänge an dieser Stelle nicht annähernd möglich.

Den einen oder anderen Vertrag sowie einige prägende Ereignisse möchten wir hier dennoch erwähnen, um damit den Einstieg in weitere Recherchen zu erleichtern.
Wir empfehlen dringend, auf möglichst weitreichende Quellen zurückzugreifen, die in grosser Zahl verfügbar sind.

Das Mittelreich Lotharingen, aus dem Reich von Karl dem Grossen entstanden durch den Vertrag von Verdun im Jahr 843 und zerfiel im Laufe der Jahrhunderte durch diverse Erbteilungen sowie durch zahllose diplomatische wie auch militärische Ereignisse.

Zu den wichtigen Persönlichkeiten bezüglich verschiedener Teilungen und Neugliederungen gehört in den Anfängen Lothar I. ( geb. 795, verst. 29. September 855 in der Abtei Prüm ). - von 843 bis 855 König des fränkischen Lotharii Regnum.
Aus seiner Ehe mit Irmingard gingen neun Kinder hervor
Ludwig II.
Helletrud oder auch Hiltrud, verheiratet mit dem Grafen Berengar
Bertha, Äbtissin von Avenay
Ermengarde oder auch Irmgard, verheiratet mit Giselbert, einem Grafen im Maasgau (in der Zeit der Karolinger war dies das Gebiet westlich der Maas mit Maastricht und dem Jülichgau)
Gisla, einer Äbtissin von San Salvatore in Brescia
Lothar II. , König von Lothringen, verheiratet mit der Tochter des Grafen Boso von Arles
Rotrud
Karl, König in Burgund
Karlmann

In der Teilung von Prüm 855 wurde das Mittelreich Lothars I. unter dessen Söhnen aufgeteilt.
Schon zu Regierungszeiten von Lothar I. zeigten sich Begehrlichkeiten seitens dessen Brüdern.
Um die Machtfolge seiner Söhne zu sichern, veranlasste er angesichts seines schwachen Gesundheitszustandes im Jahr 855 diese geteilte Erbfolge.
So erhielt Ludwig II. die Kaiserwürde und Italien, Lothar II. den nach ihm Lotharingien benannten Nordteil des Reiches und Karl die Provence und das Südburgund.
Lothar I. dankte ab und zog sich in die Abtei Prüm zurück. Er verstarb nur wenige Tage später.

Bereits 870 erfolgte im Vertrag von Mersen eine Neuaufteilung.
Stark vereinfacht gesagt, erhielt nach dem Tod Lothars II. Karl der Kahle die Westhälfte von Lotharingien, Ludwig der Deutsche den Ostteil mit Aachen und Metz sowie einen grossen Teil Frieslands.


Meerssen, dt. Meersen oder auch veraltet Mersen, liegt in der niederländischen Provinz Limburg, nur wenige Kilometer von der Belgischen Grenze entfernt. Die Gemeinde hat etwa 20.000 Einwohner.
Meerssen liegt am Zusammenfluss von Geul und Maas, etwas nördlich von Maastricht in einer touristisch recht ansprechenden Umgebung.
Limburg ist die südlichste der zwölf Provinzen in den Niederlanden.
Mersen ist Namensgeber für den am 8. August 870 geschlossenen Vertrag über die Aufteilung Lotharingiens zwischen dem westfränkischen König Karl dem Kahlen und dem ostfränkischen König Ludwig dem Deutschen.

Wer auf den Spuren Europäischer Geschichte diesen bedeutenden Ort aufsucht, findet hier auch die Meerssener Basilika zum Heiligen Sakrament. Sie ist ebenso bekannt unter de Namen St. Bartholomäus-Basilika und wurde wegen ihres Blutwunders, das für das Jahr 1222 datiert wird, zu einer bekannten Wallfahrtskirche.
Das Gebäude stammt aus dem 14. Jahrhundert und zeigt die maasländische Gotik.
Die Geschichte des Blutwunders besagt, dass aus einem Kelch Blut und Wasser geflossen sei, nachdem ein Mönch vergessen hatte, den Kelch mit Wein zu füllen.

Ein weiteres Ereignis wird als das Brandwunder von 1465 bezeichnet. Hierbei rettete ein Bauernsohn während eines Brandes eben diesen Blutwunderkelch und blieb unbeschadet.

Nach einer Restaurierung und Erweiterung wurde die Anlage durch Papst Pius XI zur Basilika erhoben.

An Schätzen umfasst sie eine zwölf Meter hohe Sakramentsäule (De Teoteca) aus dem frühen 16. Jahrhundert, den Barbara-Altar zu Ehren der Patronin der Bergleute sowie kunstvolle Fensterrahmendekors aus neuerer Zeit von Charles Eyck, welcher in Meerssen geboren wurde.
Der Ursprung der Basilika geht zurück auf die Zeit Karls des Grossen. Dieser hatte hier eine seiner Pfalzen, zu der auch eine Kirche gehörte.

Weiterhin sehenswert ist die Parkanlage im englischen Stil, nahe der Basilika. Im Park befindet sich die Gloriëtte, ein früheres Teehaus aus dem Jahr 1895.

Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten in Meerssen gehört die älteste Getreidemühle der Provinz Limburg, die Groote Molen.




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Die Provinz Limburg liegt im Land der Maas und erstreckt sich sowohl über den südlichen Teil der Niederlande, der niederländischen Provinz Limburg, als auch den Nordosten von Belgien mit den Provinzen von Lüttich, Flämisch Brabant und Antwerpen. Bis zur Eigenständigkeit Belgiens, also bis 1830 gehörten beide Teile gemeinsam zu den Niederlanden. Der belgische Teil gliedert sich die drei Arrondissementen (Verwaltungsbezirke) Hasselt, Maaseik und Tongeren.
Die Provinz Limburg ging im Zuge des Wiener Kongresses 1815 aus dem vormaligen Departement Meuse-Inférieure (Niedermaas ) hervor. Die Namensfindung für die neu entstandene Provinz führte über Opper Gelder, Provincie Maastricht oder auch Maasdal, wurde aber letztendlich durch Willem I. mit "Limburg" bedacht. Dieser Schritt vereinte die nördlichen und südlichen Niederlande.
Die belgischen Revolution von 1830 richtete sich seitens der vorwiegend katholischen Bevölkerung in den südlichen Provinzen des Vereinigten Königreichs der Niederlande gegen die Herrschaft der mehrheitlich protestantischen Nordprovinzen. Der Aufstand erzielte die Abspaltung der flämischen und wallonischen Landesteile und resultierte in der Gründung des belgischen Staates.
Für diesen Aufstand waren aber nicht nur religöse Gründe ursächlich. In den Jahren ab 1815 war den Alphabetisierungsgrad des Südens weit hinter dem des Nordens zurückgeblieben. So richteten sich die Bemühungen Wilhelms I. stark auf die Behebung dieses Problems. Während seiner 15-jährigen Regierungszeit erhielt der Süden 1.500 regionalsprachliche Schulen. Flandern und Brüssel sprachen Niederländisch, Wallonien Französisch.
Der Französisch-sprachige Norden dominierte aber die Verwaltung und stellte den Hauptanteil der Beamten. Auch das Bürgertum verwehrte sich gegen die Durchsetzung der niederländischen Sprache in Armee, Regierung und in den Schulen. In Limburg war noch bis um 1900 Limburgisch, Deutsch und Französisch die massgebenden Sprachen, Niederländisch war eher die Ausnahme.
Weiterhin war der Süden, der über 60 % der Bevölkerung stellte, mit nur 50 % der Parlamentssitze vertreten. Kaum ein Minister war Süd-Niederländer. Die wichtigen Verwaltungssitze lagen im Norden. Der Bildungsgrad in der Bevölkerung hatte aber in den zurückliegenden Jahren durch die erfolgreiche Schulförderung im Süden überproportional zugenommen.
Auch beim Militär wurde dieser Entwicklung nicht ausreichend rechnung getragen. Nur wenige Offiziere kamen aus dem Süden, die aussergewöhnlich hohe Zahl der geforderten Soldaten dienten in der Infanterie und Kavallerie zumeist nur in niederen Rängen.
Die Inspiration zur Revolution kam sicherlich auch zu einem guten Teil aus Frankreich, wo Ende Juli 1830 König Karl X. gestürzt wurde und der Bürgerkönig Ludwig Philipp in einer konstitutionellen Monarchie die Macht übernahm. In der Hoffnung, notfalls auch militärische Unterstützung von dort erwarten zu dürfen, wagte man den Aufstand.
Nach der Belgischen Revolution war die nahezu gesamte Provinz zunächst Teil Belgiens. Venlo wurde1833 geräumt. Das Londoner Protokoll von 1839 legte dann die heutigen Grenzen fest. Limburg wurde dabei in eine belgische Provinz und eine niederländische geteilt.
Der niederländische Teil (aber ohne Maastrichts und Venlo) wurden als ein neues Herzogtum zusammengefasst und zwischen 1839 und 1866 in Personalunion vom niederländischen Königshaus mitregiert - ebenso das heutige Luxemburg. Die an Belgien abgetretenen Territorien Luxemburgs verliessen den Deutschen Bund, dafür wurde das neu geschaffene Herzogtum ein Teil des Deutschen Bundes.
So war Limburg auch in der der Paulskirche nach der Revolution von 1848 durch zwei Abgeordnete repräsentiert. Diese standen für ein souveränes Limburg innerhalb des Deutschen Bundes. Diese Bindung fand in der Bevölkerung nur geteilten Rückhalt, und als Otto von Bismarck 1867 den Anschluss Limburgs an den Norddeutschen Bund forderte, fand er damit in Limburg keine Mehrheiten.


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