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allgemeine Schiefertexte

Schiefer

Schiefer Mineralien Gesteine - Schiefertexte -

Als Schiefer bezeichnet man allgemein Sedimentgesteine, die sich in mehr oder weniger dünne, annähernd ebne Platten spalten lassen. Da viele Gesteinsarten diese Eigenschaft besitzen, gibt es auch viele verschiedne Schiefersorten, wie z. B. Chloritschiefer, Glimmerschiefer, Grauwackenschiefer, Kieselschiefer, Kupferschiefer, Mergelschiefer, Talkschiefer, Tonschiefer...
Der Baustoff Naturschiefer hat besonders in Frankreich eine grosse Tradition. Die Verarbeitungsformen und Deckungsarten unterscheiden sich regional. So zeigt sich die französische Schieferdeckung oft einfacher als die traditionelle deutsche Schuppendeckung, vielerorts vertreten ist eine Deckungsart, die durch stumpf gewinkelte Materialform ein wabenförmiges Deckungsbild ergibt. Gerne befestigt man hierbei den Naturschiefer mit Klammerhaken. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich in verschiedenen Ländern unterschiedliche spezifische Arten der Schieferdeckung durchgesetzt. Dies ergab sich aus den unterschiedlichen Eigenschaften der regional verfügbaren Schiefersorten. Durch das Zusammenwachsen des internationalen Schiefermarktes ergab sich in den letzten Jahrzehnten eine umfangreichere Auswahl an verfügbaren Schiefersorten, was jedoch nicht bedeutet, dass allerorts jedweder Schiefer sich als geeignet erweist. Die Wahl der Deckungsart bei Naturschiefer ist sehr stark abhängig von der regionalen Wetterlage. Steile Dachwinkel sind leichter zu entwässern, bieten dem Wind aber eine grössere Angriffsfläche. Grosse Überdeckungen sind weniger anfällig für Schlagregen, erhöhen aber das Gewicht und bedingen eine stabilere Dachkonstruktion. Geringere Neigungswinkel machen das Dach anfällig gegen hohe Schneelasten. In windreichen Regionen deckt man gegen die Hauptwindrichtung, um eine geringere Überdeckung wählen zu können. Hierfür unterscheidet man Dachschiefer für Rechtsdeckung und Linksdeckung. Dünnes Material spart Gewicht, erfordert jedoch beste Dachschiefer-Qualität und hohe Handwerkskunst. Die Wahl der Deckungsart ist also nicht nur eine ästhetische Entscheidung, vielmehr spielen meteorologische Gegebenheiten, statische Voraussetzungen und nicht zuletzt preisliche Erwägungen eine grosse Rolle. Die Auswahl an Naturschiefer ist gross, ebenso die möglichen Anwendungen. Bauherren sollten unbedingt einen fachlich kompetenten Partner zu Rate ziehen, bevor sie sich auf ein bestimmtes Material oder eine bestimmte Deckung festlegen. Schieferdecker ist ein anspruchsvoller Beruf. Der Schieferproduzent selbst ist sicher die beste Adresse, bei der man nach guten und zuverlässigen Schieferdeckern mit Referenzen fragen kann. Stimmt das Zusammenspiel zwischen dem Naturschiefer-Lieferanten und dem Schieferdecker, steht der Freude an einem langlebigen Schieferdach nichts mehr im Wege.


Schieferdach im Italienischen Piemont

Piemont Italien

Schieferdeckung in den Italienischen Alpen

Schieferverkleidung in Tschechien

Schieferdächer Die Dacheindeckung mit Schieferplatten hat eine jahrtausende alte Tradition. Bereits die Römer schätzten die positiven Eigenschaften des Natursteins und schützten Gebäude mit einer sogenannten Sechseck-Deckung. In Deutschland blieb die Dachdeckung mit Schiefer lange Zeit Kirchen und Prachtbauten wie Schlössern oder Burgen vorbehalten. Aufgrund des damals mit der Schiefergewinnung und -verarbeitung verbundenen hohen Aufwandes war dieser Stein lange Zeit gewissermassen ein Luxusprodukt. Auch der Transport des Materials stellte in der vorindustriellen Zeit ein grosses Problem dar. Dies änderte sich -wie vieles- mit der Erfindung und dem Bau von Eisenbahnen. Zusammen mit neuen Brandschutzverordnungen, mit denen vielerorts Holzschindel- und Strohdächer verboten wurden, führte es dazu, dass Dach- und Wandschiefer ab dem 19. Jahrhundert auch im einfachen Hausbau schnell Verbreitung fand. Vor allem in Gegenden mit rauhen klimatischen Bedingungen wurde das Schieferdach gerne verwendet und prägte bald ganze Landschaftsbilder - wie es das übrigens auch heute noch in traditionellen Schieferregionen wie etwa dem Hunsrück tut. Das handwerkliche Können, das die deutschen Dachdecker entwickelten, fand hierbei in den vielen unterschiedlichen und sehr ansprechenden Verlegearten seinen Ausdruck. Erwähnt sei hier als Beispiel nur kurz die landestypische "Altdeutsche Deckung“ und gipfelt in der Schmückung etwa von Fassaden durch mit verschiedenfarbigen Schiefersteinen verlegten Ornamenten und Figuren. Bis heute gibt es keinen Baustoff - sei es künstlich oder natürlich - der die herausragenden Eigenschaften eines guten Dachschiefers auf sich vereint. Qualitativ guter Dachschiefer ist resistent gegen alle Chemikalien, also auch gegen alle schädlichen atmosphärischen Einflüsse. Er ist farb-, wetter- und frostbeständig, aber auch widerstandsfähig gegen Flugfeuer (Brandklasse A1). Die Lebensdauer eines guten Schieferdaches liegt bei über 100 Jahren. Dachschiefer ist ein 100%iges Naturprodukt und natürlich schadstofffrei. Dieser Naturbaustoff wird ausgesprochen energiearm gewonnen und verarbeitet. Das schont unsere Umwelt. Eine Entsorgung nach vielen Jahrzehnten erfolgt durch Rückführung des Schiefers in die Natur, ohne diese zu belasten. Ein Schieferdach ist dampfdiffusionsoffen und ermöglicht daher ein gutes Raumklima. Die Vielzahl an Verlege- und Bearbeitungsmöglichkeiten gewährt sehr individuelle Gestaltungsmöglichkeiten und bietet mit Sicherheit immer eine überzeugende Lösung für jede Gebäudeform. Der elegante und unaufdringlich seidig matte Glanz eines mit Schiefer eingedeckten Daches ist unübertroffen.
Besonders in den Regionen des Rheinischen Schiefergebirges, wie hier im Hunsrück, besteht eine über Generationen erhaltene Tradition der Schieferverarbeitung. Die grosse Erfahrung im Umgang mit diesem Naturbaustoff ist eine wichtige Grundlage für beste Qualität bei der Herstellung und Verarbeitung von Naturschiefer. Auch in unseren Nachbarländern gehört Naturschiefer zu den bevorzugten Baumaterialien. Die meisten öffentlichen Gebäude tragen eine Schieferdeckung. Aufgrund der langen Haltbarkeit von Naturschiefer und ein wachsendes ökologisches Bewusstsein entscheiden sich auch viele private Bauherren für Schiefer.
Spanien Spanien gehört zu den wichtigsten Produktionsländern für Naturschiefer. Dieses heimische Naturprodukt findet seit je her Verwendung als Baustoff und prägt vielerorts das Bild der Dörfer und Städte. Der höchste Berg auf dem Spanischen Festland ist der Mulhacén in Andalusien mit 3482 Metern Höhe. Er liegt in der Sierra Nevada in der Provinz Granada. An Höhe übertroffen wird er noch vom Pico del Teide auf der Kanareninsel Teneriffa mit 3718 Metern. Im Norden Spaniens befindet sich das Kantabrische Gebirge ( Cordillera Cantábrica oder Sistema Cantábrico ) mit der zentralen Gebirgskette Picos de Europa. Es bildet die westliche Verlängerung der Pyrenäen. Dieses Kalsteingebirge erstreckt sich über die Regionen Asturien, Kastilien-León und Kantabrien. Das von der Karbonzeit ausgeprägte Faltengebirge der Picos de Europa entstand durch die Auffaltung zwischen der iberischen Halbinsel und der afrikanischen Platte. Von touristischem Interesse ist hier der Nationalpark Picos de Europa. In den Regionen Asturien und Baskenland war noch im 19. Jahrhundert der Abbau von Eisenerz, Kohle, Mangan, Zink, Blei, und Kalisalz im Kantabrischen Gebirge von wirtschaftlicher Bedeutung. Aber auch hier hat der Bergbau in den letzten Jahrzehnten seine zentrale Stellung verloren. Der westliche Teil der Pyrenäen bestehen vorwiegend aus Kalkstein, in den Zentralpyrenäen findet man hingegen verschiedene Granite vor.
Die meisten Schiefer verarbeitenden Betriebe finden sich in den Regionen, in denen auch Schiefer abgebaut wird. Früher war die Verwendung von Naturschiefer als Baustoff meist gebunden an eine möglichst ortsnahe Produktion. Ausserhalb der Förderregionen wurden die Vorzüge von Schiefer oft nicht erkannt, und das Material war wegen des hohen Anteils an Handarbeit relativ teuer. Heute ist Naturschiefer durch moderne Fertigungsmethoden und einem umfangreichen Import aus preiswerten Ländern erheblich günstiger geworden. Traditionsbetriebe bringen grosse Erfahrung ein und ermöglichen den optimalen Einsatz im modernen Bau. Naturschiefer-Produkte sind vielseitig. Die vielfältigen Schiefersorten aus einem weltweit verfügbaren Angebot eignen sich bestens für verschiedenste Anwendungen. Längst ist Schiefer nicht mehr nur zur Dachdeckung üblich. Bodenbeläge, Wandverkleidungen und Fassaden werden vermehrt mit diesem ökologisch interessanten Naturbaustoff realisiert. Im GaLa-Bau ist Schiefer unentbehrlich.
Eine Dachschieferdeckung hält im Regelfall über Generationen. Eine Deckung mit Naturschiefer kann bei guter Materialwahl und fachgerechter Verarbeitung weit über hundert Jahre halten. Dennoch entstehen, wie bei jeder Dachdeckung, immer wieder mal Beschädigungen durch extremen Hagelschlag oder starke Unwetter. Reparaturen können von versierten Fachbetrieben mit geeignetem Material so ausgeführt werden, dass die Reparaturstelle nicht auffällt. Bei älteren, bereits bemoosten Deckungen empfiehlt sich eine Vorreinigung, um das Originalmaterial in seiner Struktur und Farbe erkennen zu können. So ermöglicht man eine korrekte Materialwahl. Eine anschliessende Versiegelung der Dachfläche ist möglich, muss aber keinesfalls notwendig sein. Wird bei der Dachreparatur auf eine Vorreinigung verzichtet, werden unter Umständen wenig ansprechende Resultate erzielt. Einige Schiefersorten neigen zu starkem Moosbefall. Auf die Haltbarkeit hat dies keinen wesentlichen Einfluss.
Zur Pflege von Schieferbelag hat sich einfaches Leinöl bewährt. Leinöl gibt es in verschiedenen Handelsformen und Qualitäten. Schiefer ist nicht besonders säurebeständig und sollte daher nur mit neutralen Reinigern behandelt werden. Geeignet ist einfache Schmierseife. Besondere Spezialreiniger sind in der Regel nicht notwendig. Alkohol- oder säurehaltige Flecken sollten nach Möglichkeit innerhalb der ersten Minuten abgewischt werden. Wasser, sofern kalkhaltig sollte nicht antrocknen, da das helle Kalkränder geben kann. Die meisten Rückstände sind nach kurzem Überwischen mit etwas Leinöl nicht mehr zu sehen. Das gleiche gilt für Oberflächenbeschädigungen bei spaltrauhem Naturschiefer. Wenn harte Gegenstände auf dieses Naturmaterial fallen, entstehen meist helle Spuren oder kleinere Ansplitterungen. Die natürliche Oberflächenstruktur leidet darunter nur unwesentlich. Etwas Öl auf einem Lappen genügt. Die Oberfläche nimmt wieder die normale Färbung an. Auch eventuelle Kratzspuren lassen sich so unauffällig und schnell retouchieren. Polierte Oberflächen sind da schon empfindlicher, lassen sich aber nachpolieren. Generell kann der Tipp gelten : die einfachsten und natürlichsten Mittel sind die besten, keine harte Chemie.

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